Holzverbindungen für ein Vogelhaus - Praxisseminar

Fuchsschwanz, Pfeile, Gliedermaßstab, Bleistift … Begriffe aus der deutschen Sprache, die selbst deutschen Azubis im ersten Lehrjahr nicht selten zum ersten Mal unterkommen. Bei den Schülerinnen und Schülern des Berufsgymnasiums für Bauen und Architektur „Penyo Penev“ in Ruse/Bulgarien haben sich diese Begriffe wie in Stein gemeißelt in ihrem Gedächtnis verankert.

 

             

 

Zweieinhalb Wochen waren sie über das Projekt „Europäische Erfahrungen bei der Umsetzung einer qualitativ hochwertigen Berufsausbildung“ über das Förderprogramm ERASMUS+ im Cottbuser Komzet zu Gast.

 

In dieser Zeit haben sie praktisch gelernt, was sie bisher nur aus der Theorie kannten:

Wie bearbeite ich den Werkstoff Holz, wie säge ich richtig, wie erstelle ich einen Aufriss? Letzteres stellte sich doch schnell als schwierige Sache dar. Also hieß es, den Fokus auf präzises Vor- und Ausarbeiten zu legen. Hier zeigte sich, wer sein theoretisches Wissen schnell praktisch umsetzen konnte. Denn die Ausbildung findet in Bulgarien nur in der Schule statt. Die Praxis ist nach der Ausbildung dran.

 

In der Bundesrepublik undenkbar. Hier lernen Azubis in einer dualen Ausbildung und das sogar an drei Standorten: dem Ausbildungsbetrieb, dem überbetrieblichen Ausbildungszentrum und der Berufsschule.

 

Für die bulgarischen Schülerinnen und Schüler eine hervorragende Gelegenheit, ihr bisheriges Wissen anzuwenden, in einem modernen Ausbildungszentrum, wo jeder sein

eigenes Werkzeug und seinen eigenen Arbeitsplatz hat.

 

Für viele der deutschen Azubis Standard - für bulgarische Verhältnisse eine kleine Sensation.

 

 

Das Ergebnis des Seminars:

individuelle Vogelhäuser nach Zimmermannsart, mit Aussparungen, Fachwerk und jeder Menge kreativem Eigenanteil.

 

 

Aber nicht nur handwerklich haben die Gymnasiasten aus Bulgarien interkulturelle Erfahrungen sammeln können. Neben städtischen Highlights in Cottbus sind bei Ausflügen in den Dresdner Zwinger und durch verschiedenen Standteile Berlins auch touristische Hot Spots über die Grenze Brandenburgs hinaus bestaunt worden.

In unzähligen Fotos für die Familie zu Hause festgehalten, werden sie wohl noch lange für Gesprächsstoff im Familien- und Freundeskreis sorgen und die Erinnerungen an das Praxisseminar den ein oder anderen vielleicht in die Bauwirtschaft von Berlin und Brandenburg führen.